Artikel-Schlagworte: „Fettsäuren“

Normalerweise beschäftigt sich SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach mit den Kosten und Effizienzen des Gesundheitssystems. In einem Interview mit der „Tageszeitung“ äußerte er sich jetzt auch zu den angeblichen medizinischen Risiken des Grillens. So lautet sein vernichtendes Urteil: „Es ist immer schädlich, Fleisch zu grillen. (…) Wer regelmäßig grillt, erhöht sein Risiko, an Darmkrebs zu erkranken, einen Herzinfarkt oder einen Schlaganfall zu erleiden.“ Der ausgebildete Mediziner begründet seine Warnung damit, dass Fleisch generell zu viele gesättigte Fettsäuren enthalte. Zudem würden beim Grillen Verbindungen freigesetzt, die den Darm und die Blutgefäße direkt schädigen könnten. Auch Sodbrennen kann durch den Verzehr von zu viel Grillfleisch hervorgerufen werden.

Informationen, die längst nicht neu sind. Dennoch deckt sich Lauterbachs pauschale Grill-Warnung nicht unbedingt mit den Erkenntnissen der Ernährungsmedizin. Ob Grillen das Infarkt- und Schlaganfallrisiko ansteigen lässt, ist ebenfalls fraglich. Insgesamt wirkt sich eine fleischlastige Kost wohl ungünstig auf den Blutfettspiegel aus, doch dies gilt unabhängig davon, wie es zubereitet wird. Also für alle Grillfreunde: Keine Panik! Wer sein gegrilltes in Kombination mit Salat, Gemüse oder Brot isst wird sich keine Sorgen machen müssen.

Weitaus gefährlicher sind demgegenüber die Verbrennungen, die beim Grillen drohen. „Pro Jahr passieren hierzulande bis zu 3000 Grillunfälle“, warnt Andreas Gohritz von der Medizinischen Hochschule Hannover. Hauptursache sind hier gefährliche Brandbeschleuniger wie Benzin und Spiritus.
Abschließend lässt sich wohl sagen: Hände weg vom Brandbeschleuniger und einer gemütlichen Grillpartie steht, trotz minimalem Risiko, nichts im Wege.

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